Dienstag, August 11, 2020

PONO Diskussion, technische Grundsatzfragen

Hier mal wieder PONO-Diskussion, das von Neil proklamierte Über-Format für digitales Audio, gesampelt mit 24 bit und 192 kHz.



Ein etwas wissenschaftlicher Artikel, mit dem Fazit, dass Neils Pono 24bit/192kHz Unsinn ist, nicht hörbar, bzw. schlechter ist (u.a. durch Intermodulations-Störungen durch Nichtlinearitäten) und mehr Platz verbraucht :


"Unfortunately, there is no point to distributing music in 24-bit/192kHz format. Its playback fidelity is slightly inferior to 16/44.1 or 16/48, and it takes up 6 times the space.

There are a few real problems with the audio quality and ‘experience’ of digitally distributed music today. 24/192 solves none of them. While everyone fixates on 24/192 as a magic bullet, we’re not going to see any actual improvement."

Hier auch mal lesen zum Nyquist Sampling-Theorem: http://de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem

Vinyl Freaks sagen: "Ich glaube hauptsächlich das was und wie ich höre. Und dass Vinyl besser klingt als CD empfinde ich so. Ich lese den den Artikel da erstmal kritisch und bin da eher bei Neil Young bis ich mal die Chance hab, PONO zu hören. Im Vergleich CD - Vinyl hatte er auch Recht behalten."

Jedoch, hier hinkt der Vergleich: Vinyl ist einfach ein anderer physikalischer Aufnahme- und Wiedergabeprozess als CD, das ist hier eher wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Da spielen psychoakustische Effekte eine Rolle und wie die CD verglichen mit der Vinyl in der Dynamik komprimiert wird.

Mir ist einfach unklar, wie Frequenzen -- hier eben die 96 kHz von PONO, die das menschliche Ohr gar nicht hören kann (f_max ca. bei 20 kHz), oder der HiFi-Verstärker nicht übertragen kann (<40 kHz max?) den Höreindruck verbessern können, es sei denn, es treten Nichtlinearitäten auf, die man dann wieder hören kann - die können schädlich sein, oder einen subjektiv angenehmeren Klang verursachen, wie beim Unterschied Röhren- versus Transistor-Verstärker. Siehe im Artikel das Beispiel mit dem Infrarot-Licht, das man einfach nicht sehen kann.

In der Dynamik hört man wohl den Unterschied zwischen 16-bit und 24-bit auch nicht. 24-bit ist einfach praktischer für den Toningenieur, weil er weniger justieren muss, weil Overkill, aber letztendlich könnte man es zum Schluss des Masterings als 16-bit herausgeben.

Bei PONO (192 kHz) versus CD (48 KHz oder so) kommt es wohl auch auf den ganzen Sampling-Prozess mit all den eingesetzten Filtern drauf an (Anti-Aliasing, Filer-Steilheit u.dgl...). Aber bin auch gespannt, was die Leute dann sagen, wenn es mal raus ist und man direkt zwei Aufnahmen vergleichen kann, die dann aber auch gleich gemastert sein müssten.

Fakt im Moment ist, dass Pono noch lange nicht rauskommt, und der Fakt, dass es zum Runterladen und Speichern 6 Mal mehr Zeit und Platz braucht wie bekannte digitale Audio-Sampling-Verfahren, hilft auch nicht grade für Akzeptanz. Bei den Mädchen mit den weissen Apfel-Kopfhöreren...

Siehe: http://www.forbes.com/sites/bobbyowsinski/2013/08/26/neil-youngs-pono-music-service-illustrates-hi-def-audios-problems/

Lassen wir uns überraschen.

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