Mittwoch, Februar 26, 2020

Richie Furay


 Richie Furay Richie Furay

Gesang, Gitarre

Buffalo Springfield, Buffalo Springfield Again, Last Time Around, Retrospective, Box Set

Offizielle Webseite
Interview (Uncut.co.uk)

Paul Richard Furay wurde am 9. Mai 1944 in Yellow Springs, Ohio geboren. In Ohio trat der Sänger und Gitarrist bereits in den 60er Jahren in verschiedenen Folk Clubs auf.

Seine Leidenschaft Musik führte ihn in das New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village. Im Café Au Go Go bekam Furay ein Engagement in der neun-köpfigen Gesangs-Harmonie-Gruppe The Au Go Go Singers, bei denen auch Stephen Stills Mitglied war. Die weiteren Mitglieder waren Roy Michaels, Rick Geiger, Jean Gurney, Michael Scott, Kathy King, Nels Gustafson und Bob Harmelink. Nach Tourneen durch die Catskills und durch den Süden der USA veröffentlichten sie 1964 das Album "They Call Us The Au Go Go Singers". Doch ein Jahr später trennten sie sich.

Während Stills in New York die Folk-Rock-Gruppe The Company und anschließend in Kalifornien das Folk-Duo (später Trio) Buffalo Fish mitgründete, zog Furay nach Massachusetts. Plötzlich erreichte ihn ein Anruf seines früheren Kollegen aus Kalifornien. Er hätte eine Band, und sie bräuchten noch einen Musiker, er solle doch nach Los Angeles kommen. Richie Furay tat es und fand dort aber keine Band vor. Furay war natürlich sauer und wollte gleich wieder abreisen. Aber schließlich blieb er doch.

Plötzlich sahen sie durch einen Zufall im Stau auf dem Sunset Boulevard das Auto eines gewissen kanadischen Musikers Namens Neil Young, den Stills von Auftritten mit The Company in Kanada kannte. Stills und Furay hielten den umgebauten Leichenwagen an und beschlossen gleich mit den Insassen Neil Young und dem Bassisten Bruce Palmer, beide zuletzt bei den Mynah Birds, eine Band zu gründen. Später schloss sich ihnen der Schlagzeuger Dewey Martin an. Die Formation nannte sich zunächst The Herd. Aber schon bald gaben sie sich einen neuen Namen: Buffalo Springfield.

Noch im selben Jahr erschien das nach ihnen benannte Debut-Album (1966). Zunächst floppte es. Doch dann folgte die Single "For What It´s Worth". Aufgrund des riesigen Erfolges veröffentlichten sie das Album inklusive diesem Song noch einmal. Jetzt verkaufte es sich besser. Furay selbst war noch nicht als Songwriter vertreten. Aber er sang die Neil Young Kompositionen "Nowadays Clancy Can´t Even Sing", "Flying On The Ground Is Wrong" und "Do I Have To Come Right Out And Say It".

Nach dem unveröffentlicht gebliebenen Album "Stampede" (1967) brachten sie die Alben "Buffalo Springfield Again" (1967) und "Last Time Around" (1968) heraus. Furay sang und schrieb jetzt auch mehrere Songs der Gruppe. Er steuerte z.B. die Kompositionen "A Child´s Claim To Fame", "Sad Memory", "Merry-Go-Round" und "Kind Woman" bei.

Der Bass musste häufig durch andere Musiker besetzt werden, weil Bruce Palmer aufgrund einer Festnahme wegen Marihuana-Besitzes keine Aufenthaltsgenehmigung mehr für die USA bekam. Kurzfristig sprang Ken Koblun für ihn ein. Doch längerfristig übernahmen Jim Fielder und später Jim Messina seinen Part. Für Studio-Aufnahmen wurden noch andere Bassisten verpflichtet.

Die größten Probleme entstanden aufgrund eines aufkommenden Hasses zwischen Stills und Young, weil beide um die Vormachtstellung in der Band kämpften. Es kam hinter, als auch auf der Bühne, zu Streitigkeiten. Neil Young verließ mehrmals die Gruppe. Auf dem Monterey Pop Festival 1967 sprang David Crosby von den Byrds für ihn ein. Bei den Aufnahmen zum dritten Album gingen die Musiker nur selten gemeinsam ins Tonstudio. Buffalo Springfield löste sich letztendlich 1968 auf.

Während Stills Crosby, Stills & Nash (später zusätzlich & Young) gründete, hat sich Furay mit ihrem letzten Bassisten, Toningenieur und Produzenten Jim Messina zusammen getan und die Country-Rock-Band Poco ins Leben gerufen. Zunächst wollten sie sich nach einer Comic-Figur Pogo nennen. Doch deren Schöpfer Walt Kelly hatte ihnen das untersagt. In der Gruppe übernahm Richie Furay den Lead-Gesang und die Rhythmus-Gitarre, während Jim Messina die Lead-Gitarre spielte. Auch als Songwriter ist Richie in Erscheinung getreten. Rusty Young (Pedal Steel Guitar, Banjo, Dobro, Gitarre, Mandoline, Gesang), der Furay schon bei dessen letztem Buffalo Springfield Song "Kind Woman" an der Pedal Steel Guitar begleitete, Randy Meisner (Bass, Gesang) und George Grantham (Schlagzeug, Gesang) vervollständigten das Gründungsquintett. 1969 erschien ihr Debut-Album "Pickin´ Up The Pieces". Es erreichte allerdings nur kurzzeitig die Top 50 der US-Charts. Noch im selben Jahr ersetzte Timothy B. Schmit Randy Meisner am Bass. Meisner wurde Mitbegründer der legendären The Eagles. 1977 wiederholte sich die Geschichte, als Schmit auch hier Meisner am Bass beerbte.

Nach den Plattenaufnahmen zu "Poco" (1970) und "Deliverin´" (1971), welches Platz 26 in den US-Charts erreichte, verließ Jim Messina bereits im Oktober 1970 die Band, um eine Karriere als Produzent anzustreben. Er wurde durch Paul Cotton ersetzt.

Richie Furay blieb bis September 1973 und war damit noch an den Alben "From The Inside" (1971), "A Good Feelin´ To Know" (1972) und "Crazy Eyes" (1973) beteiligt. Im Nachklang kann man sagen, dass vor allem seine Kompositionen "Pickin´ Up The Pieces" und "Good Feelin´ To Know" zumindest so erfolgreich waren, dass sie immer wieder auf diversen Country-Samplern dabei sind.

Dann gründete er gemeinsam mit J.D. Souther und dem Ex-Byrds und Ex-Manassas Chris Hillman die Souther-Hillman-Furay Band. Sie veröffentlichten zwei Alben. Ihr nach ihnen selbst benanntes Debut-Album (1974) wurde mit einer Goldenen Schallplatte prämiert. Die Single "Fallin´ In Love" erreichte Platz 27 der US-Charts. Nach ihrem zweiten Album "Trouble In Paradise" (1975), ging auch diese Band wieder auseinander.

Zu jener Zeit jedoch brachte ihn Al Perkins, der die Band als Pedal Steel Gitarrist begleitete, zum Christentum. 1976 gründete er mit der Richie Furay Band bereits seine vierte Gruppe. Die übrigen Bandmitglieder waren Jay Truax, John Mehler und Tom Stipe. Seine Texte bezogen sich jetzt fast ausschließlich auf Gott und die Bibel. Das Album "I've Got a Reason" (1976) fiel jedoch beim Publikum durch und verpasste die Charts. Nach zwei Konzerttourneen in den späten 1970er Jahren löste sich die Gruppe auf.

Seit Beginn der 1980er Jahre ist Furay Priester und singender Minister der Calvary Chapel in Broomfield (Nähe Denver), Colorado. Er tritt gelegentlich noch als Solokünstler auf.

1988/89 gab er sein Comeback bei Poco. In der 1968er Originalbesetzung brachten sie 1989 das Album "Legacy" heraus. Es war insgesamt bereits das 19. Album der Band in den unterschiedlichen Besetzungen. Es wurde äußerst erfolgreich und wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet, der zweiten nach dem Album "Legend" (1978) bei dem Furay allerdings nicht mitwirkte. Mit "Call It Love" und "Nothing To Hide" beinhaltete es zwei US-Top 40 Hits. Nach ausgiebigen Tourneen und mehreren Personalveränderungen musste Richie Furay 1990 aufgrund seiner Pristerverpflichtungen die Formation wieder verlassen. Doch jedesmal, wenn die Gruppe in Colorado auftrat, ging er als Gastmusiker wieder mit auf die Bühne.

Mit "Dance A Little Light" (1978), "I Still Have Dreams" (1979) "Seasons Of Change" (1982), "In My Fathers House" (1997) und "I Am Sure" (2004) erschienen Solo-Alben mit sehr religiösen Texten.

2004 ist Furay wieder mal, diesmal allerdings in Nashville, für ein Konzert mit Poco aufgetreten. Hieraus resultierte die Live-CD/DVD "Keeping The Legend Alive".

2006 war er im Vorprogramm von America und Linda Ronstadt auf Konzerttournee und veröffentlichte das Soloalbum "Heartbeat of Love", bei dem auch mehrere frühere Weggefährten als Gastmusiker auftraten; z.B. Stephen Stills, Neil Young, Rusty Young, Paul Cotton, Kenny Loggins und Chris Hillman.

2008 kamen plötzlich Richie Furay und auch Jim Messina wieder zurück zu Poco und gaben mehrere Live-Konzerte in der Wildwood Lodge in Steelville, Missouri. Auch 2009 geben sie mit Poco mehrere Konzerte an verschiedenen Orten in Kalifornien. Die heutige Besetzung umfasst acht ehemaligen Mitglieder der Band. Richie Furay, Jim Messina, Rusty Young, George Grantham, Timothy B. Schmit, Paul Cotton, Jack Sundrud und George Lawrence.

Auch die Richie Furay Band ist längst wieder ins Leben gerufen worden. Ihre heutige Besetzung besteht aus Richie Furay (Lead-Gesang, Gitarre), Scott Sellen (Lead-Gitarre, Banjo, Mandoline, Keyboards, Gesang), Jesse Furay Lynch (Gesang), Aaron Sellen (Bass) und Alan Lemke (Schlagzeug). 2008 erschien mit der Doppel-CD "Alive" ein Konzert vom Dezember 2007.



Interview mit Richie Furay



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