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LEAVE THE DRIVING

PostDateIconDonnerstag, den 11. Dezember 2008 um 13:54 Uhr | PostAuthorIconGeschrieben von: Jens Severin

ÜBERLASST UNS DAS STEUER

Oben an der alten Küstenstraße
Auf der Fahrt durch die Nacht
Wurde Jed von der Polizei gestoppt
Er fuhr zu schnell und sein Bremslicht ging nicht

Er kurbelte das Fenster runter
Schob die Knarre unter den Sitz
Das Handschuhfach voller Kokain
Den Kofferraum voller Gras

Führerschein und Papiere
Sagte der Beamte, Taschenlampe in der Hand
Als er den Kofferraum durchleuchtete
konnte er riechen, dass hier was faul war

Das Leben zog an Jed vorbei
Wie in Schwarz-Weiss Super 8
Er hörte den Klang der Zukunft
wie von einer verkratzten Schallplatte

Nichts war wie immer, alles geriet aus den Fugen
Als der Lichtstrahl auf die Knarre fiel
da drückte Jed ab
Im Sekundenbruchteil einer tragischen Verirrung

Da kommt man schon ins Grübeln
Was das Leben eigentlich für einen Sinn hat
Sagte Jed zu Großvater
Als er in der Zelle saß

In seinem Keller hingen Kampfanzüge
Schusswaffen überall an der Wand
Baupläne von Gebäuden
Und ein Telefonbuch ohne eine Nummer

Die ganze Stadt stand unter Schock
Die Küstenstraße war 12 Stunden gesperrt
Keiner konnte es fassen
Jed war doch einer von ihnen

Zur selben Zeit, jenseits des Ozeans
Live im Internet
Liegt die Ursache einer Explosion
Von der noch niemand etwas weiß

Aber macht euch keine Sorgen
Kein Grund zur Aufregung
Macht nur weiter Euren Job
Und überlasst uns das Steuer

Und wir behalten Euch im Auge
Was immer ihr auch tut
Und ihr könnt dazu beitragen
Indem ihr andere bespitzelt

Großvater ließ die Zeitung sinken
Mit ungläubigen Blick
Jed war doch immer ein prima Kerl
Und hatte ihm nie Sorgen gemacht

Die Moral von der Geschichte ist:
Besser, man wird nicht zu alt
Je mehr Zeit man auf Erden verbringt
Desto mehr Dinge kommen ans Licht

Zum Schluss ist da auch noch etwas
Das auch gesagt werden muss
Manche haben aus Scheiße
tatsächlich Gold gemacht

 
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