Neils Gitarren
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"Ich steuere alles mit dem Fußschalter, diesem enormen roten Kasten. Ich würde niemanden an meinem Sound etwas ändern lassen. Er wäre tot!" (Neil Young) Das Equipment von Neil Young hat sich in den letzen Jahren und Jahrzehnten so gut wie nie geändert. Neil besitzt zwar eine große Anzahl an meist alten Gitarren und Verstärkern, er verlässt sich aber auf eine Handvoll Arbeitsgeräte.
Die berühmte "Old Black" spielt bei Neil Youngs Musik eine zentrale Rolle. Die schwarze Les Paul besitzt Neil seit den 60er Jahren. Als schicke Goldtop wurde sie 1953 gebaut. Einer der Vorbesitzer hat die Gitarre dann mit billiger Farbe schwarz eingesprüht und ihr ein Bigsby verpasst.
Die Gibson Les Paul Goldtop 1953 ist seit langer Zeit die Alternative zu Old Black. Dabei gehört die Gitarre Larry Cragg. Obwohl sie aus dem selben Jahr wie die "Old Black" stammt, klingt sie vollkommen anders. Besonders auf dem Album "Greendale" kann man hören, wie trocken, transparent und irgendwie knochig-holzig sie rüberkommt. Neil Young hat übrigens die komplette CD mit der Goldtop nur auf dem Hals- Pickup eingespielt! Die Gretsch White Falcon war Neils Haupt-Gitarre zu Zeiten von Crosby, Stills, Nash & Young und wird nur noch selten eingesetzt. Aber auf der "Freedom Of Speach Tour" hatte Neil sie wieder mitgenommen und hauptsächlich bei zwei Stücken gespielt. Auf der selben Tour kam auch eine weitere White Falcon mit Stereo-Elektronik zum Einsatz, deren drei hohe Saiten von einem Tweed Deluxe und die drei tiefen Saiten von einem Fender Tremolux verstärkt wurden.
ist genauso wichtig wie die "Old Black". Der knapp 20 Watt laute Fender Tweed Deluxe besitzt zwei Volumen - und einen Tonregler. Neil Young benutzt keinen verzerrenden Effekt - nur der Amp selbst produziert diese markanten Verzerrungen. Neil besitzt etwa zehn Tweed Deluxe, aber nur dieser eine klingt so! Larry Cragg behauptet, es liegt an dem verwendeten Netzteil, das zwar original, aber anders dimensioniert ist als bei den anderen Amps. Im Amp sitzt ein alter Jensen-C12N-Speaker, ebenfalls ein unersetzlicher Baustein von Neils Sound. Die Firma Brown Sound, die u. a. die Tone -Tubby - Speaker baut, hat speziell für Neil Young einen Vorrat alter Cones für diesen Jensen - Speaker angelegt. In Live-Situationen wird der Tweed Deluxe über den umfunktionierten Lautsprecher- Ausgang an einen Magnatone-280- und einen gigantischen Baldwin - Exterminator- Transistor - Combo angeschlossen, um dem Bühnen-Sound mehr Volumen zu verleihen. Der Magnatone ist mit zwei 12"-, der Baldwin-Combo mit zwei 15"-, zwei 12"- und zwei 8"-Lautsprechern bestückt. Auf der Front - PA liegt allerdings nur der Sound des Tweed Deluxe. Zur letzten CSN&Y - Tour wurde das Amp - Trio sogar zu einem Quartett, denn für einige Stücke des Programms benötigte Young einen Tremolo-Sound und fand ihn in einem Fender Tremolux Combo. Beide Volumen-Regler des Tweed Deluxe, eigentlich zuständig für jeweils einen Kanal, reagieren interaktiv miteinander, auch wenn nur ein Kanal belegt ist. Insofern können unterschiedliche Sounds mit diesem Amp realisiert werden. Um diese abrufen zu können, hat sich Neil Young den Whizzer ausgedacht, dessen zweite und aktuelle Version ihm der Techniker Rick Davis baute. Dieses Teil wird oben auf den Tweed Deluxe gesetzt und regelt über Wellen mechanisch die Knöpfe des Amps. Insgesamt vier Presets können per Fuß abgerufen werden, die entsprechenden Fußschalter sind in Youngs riesigem rotem Effekt-Brett untergebracht. Hinter dem Tweed Deluxe stehen immer zwei Ventilatoren, um dem Verstärker, der fast immer in seinen roten Bereich läuft, zu kühlen. Insgesamt sechs Effekte braucht Neil für seinen Sound. Wie Neil selber natürlich sehr speziell. Das Gitarrensignal geht zuerst in einen alten, weißen Fender Tube Reverb, dessen Federn ausgebaut an einem Mikrofon- Ständer unter der Bühne hängen. So vermeidet Young das Vibrieren und hässliche Nebengeräusche produzierende Aneinanderschlagen der Hallfedern bei den extremen Lautstärken, in denen er spielt. Zwischen dem Federhall und einem alten Röhren-Echoplex, das die meiste Zeit aktiviert ist, finden sich ganz normale neben recht obskuren Gerätschaften: MXR Analog Delay, Boss Flanger und Mutron Octav Divider. Den Gated-Reverb-Sound eines Alesis Microverb setzt Neil gerne mal ein, wenn sonst nichts mehr geht. Alle Effekte befinden sich in einem selbst konstruierten Loop-System, können einzeln in den Signalweg geholt, aber auch komplett umgangen werden.
Neils Hank, Quelle: Gitarre & Bass vom November 2007 (Autor Heinz Rebellius) Danke für Deine Hilfe Heinz! |







