Neil Young in Berlin
Neil erfindet sich jeden Tag neu - ich wünschte, ich könnte so unbefangen das Leben angehen! Kein Akustikset am Anfang, wie eben noch auf der Isle of Wight - lieben wir ihn nicht all die Jahre dafür oder reißt es uns zu sehr aus unserem gewohnten Trott? Jeder mag seine Antwort dazu finden.
Jedenfalls wird Larry nicht während des 3. Songs rechtzeitig mit der Besaitung der Les Paul fertig, obwohl ich ihn unablässig hantieren sehe und so wird das nächste Stück halt auf einer Anderen gespielt. Gut 10-12000 Leute füllen die Arena, im Innenraum steht man recht locker, gelegentlich schon mal tanzend oder in den Hüften wiegend. Dann folgt "Down by the river" - der gute Sound der Les Paul ist wieder da und erstmalig erreicht die Magie auch die entfernteren Blöcke, auf denen bislang eher brav applaudiert wurde.
Der Akustikteil fällt mit 3 Songs eher zurückhaltend aus, bevor sich mit "Fuckin' up" der Wahnsinn Bahn bricht. Jetzt ist der Innenraum komplett aus dem Häuschen und auch weiter hinten kommt Regung in die Leute. Hier ist sie jetzt die Gitarrenarbeit eines Workaholic, der schon längst nichts mehr beweisen muß, es aber mit 70 immer noch locker tun wird. Es wird auch "Cortez" nicht ausgelassen - Berlin bekommt die volle Breitseite. Im Stile eines Routiniers wird dann beim "Cinnamon girl" nach kurzem Beginn gemeinsam mit Larry nachgestimmt und neu begonnen - es werden eben keine Halbheiten geduldet.
"Hey,hey,my my" bildet die Zugabe nach knapp 2 Stunden an einem Abend, von dem man gewiss nicht mehr erwarten konnte. Wir genießen noch einen Rotwein auf der Terrasse der O2 World - gerade rechtzeitig, um am Horizont ein Feuerwerk zu genießen. Was für ein denkwürdiger Abend!
Liebe Münchenfahrer-und Besucher: Ich wünsche Euch von Herzen eine ähnlich geile Setliste für heute Abend - und, daß Er nach Berlin eventuell müd' und deshalb schlecht drauf ist, könnt' Ihr vergessen!!! Liebe Grüße an Neil-Germany,
Setliste O2 World, Berlin, Germany Neil Young & His Electric Band1. All Along The Watchtower (electric guitar)
2. A Day In The Life (electric guitar)
3. Mansion On The Hill (electric guitar)
4. Roll Another Number (electric guitar)
5. Pocahontas (electric guitar)
6. Mother Earth (pump organ)
7. The Needle And The Damage Done (acoustic guitar - solo)
8. Tonight's The Night (piano)
9. Down By The River (electric guitar)
10. Unknown Legend (acoustic guitar)
11. Heart Of Gold (acoustic guitar)
12. F*!#in' Up (electric guitar)
13. Cortez The Killer (electric guitar)
14. Cinnamon Girl (electric guitar)
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15. Hey Hey, My My (Into The Black) (electric guitar)
Genauso war es!
Albert, auch wieder daheim, grüßt müde aus dem "Rheinischen-Neil-Young-Zentrum" Hülchrath
die metropole und der künstler mit ihren vielen gesichtern.
und neil young zeigte uns gestern abend mal wieder eines seiner sehr eigenwilligen gesichter. ich fand das konzert sehr seltsam... es war laut und wild und dennoch ist bei mir
diesmal der funke nicht übergesprungen...ganz ehrlich mich hat neil gestern wenig berührt.
irgendwie hat das alles nicht richtig zusammen gepasst. ganz besonders seltsam fand ich "the needle and the ..." das klang fast nach dem nächsten versuch gitarrensaiten zu schrotten
moderne multifunktions arena klötze und neil young funktioniert nicht so richtig zusammen. wer neil einmal in der waldbühne erlebt hat, da weiß bestimmt was ich meine.
trotz allem ein schöner abend...geiles tonight's the night und down by the river
beim nächsten mal hoffentlich wieder mit der rauhen kraft und der routine von seinem "horse"
Hoffentlich kommt der Godfather schnell wieder nach Berlin und dann bitte wieder Open Air.
Aber trotzdem war ich von dem Konzert unglaublich begeistert.Stand in der vierten Reihe und er hat eine Wahnsinns-
Show gegeben.Schon der Opener mit Watchtower & Day in the Live waren unglaublich .Hatte ich bis her nur als Zugabe gesehen.Down by the River war nur Grandios! Ebenso Tonight the Night und Cortez.Aber der Hammer war ,bei Cinnamon Girl ist Neil nach rechts und links an den Bühnenrand gekommen und hat beim spielen das Publikum gut gelaunt angelacht. Und danach die Leute noch zum Armeweddeln mutiviert. Das habe ich bei ihn noch nie erlebt [und das war mein 9tes Konzert].Auch mit den technischen Problem am Anfang,war es doch das beste Konzert für mich seit 2001 mit Crazy Horse.Aber das ist natürlich Ansichtsache,da ich Live den rockigen Neil bevorzuge ,obwohl ich natürlich auch den akk.Neil liebe [außer vieleicht Heart of Gold,das kann ich nicht mehr hören].Aber allen kann er es sowieso nicht rechtmachen.
Gruß Lookout Joe
ich habe mich am Dienstag von Neil,Konzertmäßig, "entjungfern" lassen und ich bin immer noch wie besoffen!!!
Diese unbändige Kraft war einfach sagenhaft...Leider gibt es ein paar kleine Vermutstropfen:
1. Die Leute im Innenraum standen leider nur bis zum FOH und danach war nichts mehr!Und die Leute auf den Rängen waren zu verhalten!
2.Das Drumset hätte ich mir persönlich etwas "knackiger" gewünscht und den Bass von Rick ebenfalls
3.Es hätten 2,3 Songs mehr sein können
Aber alles in allem war es ein gutes Konzert und ich würde jederzeit wieder zu IHM auf's Konzert gehen!!!
Möge ER noch oft nach Berlin kommen!!!
Neil war binnen von ca. 15 Monaten 3x in Berlin. ICC, Zitadelle und jetzt O2-Arena.
Nach dem Arrangement der Songs im ICC-Konzert, die schon fast biographisch aneinandergereiht waren, hatte ich das traurige Gefühl, er schließt mit den Tourneen in Europa ab. Für mich war es im ICC ein gutes Konzert. Zu dumm nur, dass es sich beim ICC um einen ausschließlich bestuhlten Saal handelt. Die Leute waren am Ende dennoch kaum zu halten gewesen. Zu Recht! In der Zitadelle erlebte ich –ca. 5m von der Bühne entfernt- einen gut gelaunten Neil mit Songs in besten Live-Versionen. Traumhaft!
Und jetzt das. Wieder ca. 7m von der Bühne entfernt, musste ich erst einen Wolfgang Michels mit seiner Band über mich ergehen lassen (W.M. : „Werft die Schlüpfer auf die Bühne, er [der Gitarrist] hat heute Geburtstag“ oder so ähnlich, Hä?) und dann kam ein offensichtlich schlecht gelaunter Neil auf die Bühne und –mmhh- schrubbte. Die Akustik war bis zum „Tonight ist the night“ grauenvoll; die Setliste lieblos zusammengestellt, sofern sie überhaupt zusammengestellt war. Ich hatte das Gefühl, die Band wusste zu Beginn eines Songs selbst nicht, was jetzt kommt. Die Songs waren mit wenigen Ausnahmen nicht einer Live-Version würdig und wurden eher lustlos abgearbeitet. Einzige Lichtblicke waren für mich „Tonight is the night“ und „Down by the river“.
Gut, er hat kein Word zu uns geredet und damit muss man leben (“So isser halt”). Aber die Bedingungen waren doch hervorragend. Volles Haus und insbesondere Tausende auf den Stehplätzen in freudiger Erwartung. Was will man als Künstler mehr?
Ich habe jedenfalls mehr erwartet. Mehr Leidenschaft und v.a. nicht schon wieder NUR das (stark reduzierte) Standardrepertoire. Wenn schon 3x binnen 15 Monaten in Berlin mit den wahrscheinlich weitgehend selben Fans, warum dann nicht einmal mit „Good to see you (Silver & Gold)“ beginnen? Warum nichts aus den letzten Alben, mit denen in den letzten Jahren der Markt regelrecht geflutet wurde? Oder wenn schon von den älteren Alben, warum nicht einmal ein „Ohio“, ein „Last Trip to Tulsa“, ein „Winterlong“ oder „Harvest Moon“ oder –und das wäre mein ganz persönlicher Wunsch- eine 20min-Version von „Like a hurricane“.
Sorry Neil, that night wasn`t the night.
Frankenkogge
Am allercoolsten finde ich diese Version von pocahontas, die er auf der Tour brachte, einfach der Hammer!
ich habe gestern einen Artikel gefunden der mich ein wenig mit dem Konzert "versöhnt" hat, denn so habe ich es noch nicht gesehen.
Manch einer wird es eventuell als "Schönrederei" empfinden, aber ich find' den Artikel gut!
http://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/Neil-Young-Friedrichshain;art971,2825791
Viel Spaß beim lesen!!!
Gruß Moritz
habe besagten Artikel gelesen und man bekommt in der Tat einen etwas anderen Blick. Ist jedenfalls nicht schlecht geschrieben und ich gebe Dir recht, wenn Du schreibst, dieser Artikel versöhnt einen ein wenig. Habe inzwischen etliche Berichte zu Neils Konzerten in Erfurt, Berlin, München und Köln gelesen, sowohl Presseartikel und auch private Berichte und da gibt es ja nun die unterschiedlichsten Meinungen, von ganz super bis enttäuschend ist alles vertreten. Ich finde, jeder sollte das für sich selber entscheiden, denn es hat wohl auch jeder für sich selbst anders empfunden. Sicherlich kommt es auch darauf an, mit welchen Erwartungen man in so ein Konzert geht. Aber wie man lesen konnte, ist N.Y. immer für Überraschungen gut- und das ist wohl auch nicht schlecht, er ist halt ein Ausnahme-Künstler in jeder Hinsicht und das ist wahrscheinlich auch das Besondere an ihm. Gruß Tina.